Die Cousine aus Amerika

Ein DNA-Test sollte mir eigentlich nur mehr über die Herkunft meiner Vorfahren verraten. Stattdessen führte er zu einer unerwarteten Familienbekanntschaft in Texas – und einige Jahre später sogar zu einem persönlichen Treffen in Hohegeiß.

Der DNA-Test

Als ich Ende 2018 einen DNA-Test bei Ancestry bestellte, wollte ich zunächst vor allem wissen, welche Herkunftsregionen sich in meiner DNA zeigen.

Durch meine bisherige genealogische Forschung hatte ich bereits eine ungefähre Vorstellung davon, woher meine Vorfahren stammten. Trotzdem war ich gespannt auf das Ergebnis.

Zwischen der Bestellung und dem Ergebnis lagen nur wenige Wochen. Neben der Darstellung der Herkunft bietet ein DNA-Test bei Ancestry auch die Möglichkeit, sogenannte „Matches“ zu sehen – also Personen, mit denen man genetische Übereinstimmungen hat.

Eine unerwartete Cousine in Texas

Unter diesen Treffern erregte eine Frau aus Texas meine Aufmerksamkeit. Wir hatten eine DNA-Übereinstimmung von etwa 2 %. Noch interessanter war jedoch, dass sich in ihrem Stammbaum Namen fanden, die auch in meiner väterlichen Familienforschung vorkamen.

Ich schrieb ihr über Ancestry eine Nachricht und schon bald entwickelte sich ein reger Austausch.

Durch den Vergleich unserer Stammbäume konnten wir schließlich feststellen, dass unsere gemeinsame Verbindung über meine Großmutter väterlicherseits führt.

Aus dem Kontakt über Ancestry wurde bald auch ein persönlicher Kontakt. Wir tauschten unsere E-Mail-Adressen aus und verknüpften uns schließlich auch über Facebook.

Eine Überraschung im Oktober 2022

Im Oktober 2022 kam dann eine Überraschung: Julie erzählte mir, dass sie im August 2023 gemeinsam mit ihrer Mutter eine Rundreise durch Deutschland machen würde.

Sie wollte ihre Reise sogar etwas früher beginnen, um mich und meine Familie persönlich kennenzulernen.

Natürlich war ich begeistert. Schnell war geplant, dass ich die beiden am Bahnhof in Göttingen abholen würde und wir anschließend einige Stunden gemeinsam in Hohegeiß verbringen würden.

Als Unterkunft hatten sie sich ausgerechnet das ehemalige Hotel meiner Eltern ausgesucht.

Aus einem DNA-Match wird ein Familientreffen

Dann war es endlich soweit.

Ich holte Julie und ihre Mutter am Bahnhof in Göttingen ab und wir verbrachten gemeinsam einige schöne Stunden in Hohegeiß.

Wir hatten jede Menge Spaß miteinander. Julie und ihre Mutter waren sehr herzlich und überraschten uns mit verschiedenen Mitbringseln aus Texas.

Auch wenn die beiden nur Englisch sprechen, klappte die Kommunikation erstaunlich gut.

Ich zeigte ihnen ein bisschen von meinem Heimatort und am Abend gingen wir gemeinsam mit meinen Eltern essen.

Am nächsten Morgen

Am folgenden Morgen frühstückten wir noch gemeinsam. Anschließend brachte ich Julie und ihre Mutter wieder zum Bahnhof nach Göttingen.

Der Kontakt ist seitdem nicht abgebrochen. Und wer weiß – vielleicht treffen wir uns ja irgendwann wieder persönlich.

Was Ahnenforschung möglich macht

Diese Geschichte zeigt für mich besonders schön, was Ahnenforschung bewirken kann: Man entdeckt nicht nur längst verstorbene Vorfahren, sondern manchmal auch neue lebende Familienmitglieder. Aus einem DNA-Match kann dabei sogar eine persönliche Freundschaft entstehen.

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